Theresia, 15. Oktober

Information:

Theresia (Teresa) von Ávila, die große Mystikerin, Ordensgründerin und Kirchenlehrerin, trat nach einer recht weltlich gelebten Jugend mit 20 Jahren in das Karmelitinnenkloster in ihrer Heimatstadt ein. Bald wurde sie schwerkrank, schwebte in Lebensgefahr und lag lange Zeit im Koma. Danach war sie teilweise gelähmt, dann längere Zeit gehbehindert. Während dieser traurigen Zeit hatte sie ihre ersten mystischen Erlebnisse, in denen ihr Christus als Lichtgestalt erschien. Diese schildert sie folgendermaßen: "..Der Glanz einer solchen Vision übertrifft alles, was man sich auf Erden vorstellen kann.... Es ist ein Licht, das von dem, das man auf Erden sieht, vollkommen verschieden ist. Im Vergleich mit diesem Lichte erscheint selbst die Klarheit der Sonne dunkel..." Auf das unbeschreibliche Glücksgefühl während der folgte nach der Rückkehr ins normale Leben eine "tiefe Trauer des Verstoßenseins". Interessanterweise ähneln die Schilderungen der Teresa von Ávila den Aussagen klinisch Toter, die wieder ins Leben zurückberufen wurden. Eine Vision von den Höllenqualen erschütterte die Frau derart, dass sie gelobte, nach absoluter Vollkommenheit zu streben. Da der Visionärin die Regel des Karmeliterordens zu wenig streng erschien, wollte sie den Orden reformieren, stieß aber bei vielen Mitschwestern und besonders in der Öffentlichkeit auf großen Widerstand. Dass sie öffentlich gesagt hatte: "Für die Eltern wäre es besser, ihre Töchter zu verheiraten, als sie in ein Kloster ohne Zucht (Disziplin) eintreten zu lassen", wurde als ungeheuerlich empfunden. Als sie einsehen musste, dass eine Gesamtreform des Ordens nicht möglich war (vor allem die von Teresa eingeführten allzu strengen Bußübungen für die Sünden anderer wurden von vielen abgelehnt), trennten sich die reformierten "Unbeschuhten" von den "Beschuhten" Karmelitinnen. Neben ihren organisatorischen Aufgaben fand Teresa immer noch Zeit und Kraft für eine reiche schriftstellerische Tätigkeit, was ihr den Namen "Doctora Mystica " eintrug. Die zierliche Frau war eine Persönlichkeit von überragender Intelligenz, Organisationsfähigkeit und von einer bewundernswerten Autorität. Durch ihre gewinnende Liebenswürdigkeit und ihren starken Gemeinschaftssinn war sie "als Mensch genauso groß wie als Heilige". Sie starb am 4.Oktober 1582. Theresia ist die Patronin von Spanien, Mexiko, Neapel und der spanischen Schriftsteller sowie Schutzheilige in geistlichen Nöten, für ein verinnerlichtes, ausgeglichenes Leben und gegen Herzleiden.

Bauernregel:

  • Zu Sankt Therese beginnt die Weinlese.

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