Der Bauerngarten

Die Geschichte des Bauerngartens reicht viele Jahrhunderte zurück. "Den Bauerngarten" als historische Reinform gab es dabei allerdings nie - sondern vielmehr eine bunte Vielfalt an Formen und Gestaltungsvarianten, die dem ständigen Wandel unterlag. Die klimatischen Gegebenheiten der Region, persönliche Bedürfnisse und Möglichkeiten der Gartenbesitzer und viele weitere Einflüsse sorgten für ein breites Spektrum ländlicher Hausgartenkultur.

Es gibt unendlich viele Variationen, wie man einen Bauerngarten gestalten kann. In der Mitte kann auch ein kleinerer Baum (z.B. Sadebaum oder Lorbeerbaum) stehen oder eine Kräuterspirale ihren Platz finden.

Natürlich hängt die individuelle Gestaltung des Bauerngartens auch von Form und Größe der zur Verfügung stehenden Gartenfläche ab.

So stellt man sich den Bauerngarten meistens vor: Vier quadratatische Beete mit Kreuzweg und Rondell, in der Mitte ein Schöpfbrunnen oder ein Blumenrondell. Die Skizze zeigt die oft angenommene "Reinform" des Bauerngartens, die es in Wirklichkeit allerdings selten gab.

Ein Bauerngarten mit seinen typischen Elementen (Staketenzaun, Wegkreuz und Buchshecke) symbolisiert diesen paradiesischen Zustand: eine Grundordnung sorgt für Form und Struktur und schafft damit gleichzeitig einen bunten und vielfältigen Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanzen.

Wer sich entschließt, die alte Tradition der Bauerngärten fortzuführen und zu pflegen, erhält damit nicht nur ein Stück Kulturgut - er tut vielmehr auch etwas für sich selbst. Denn ein Bauerngarten ist - anders als ein steriler Rasengarten - ein Fest für die Sinne. Vielfalt und Einfachheit, Urwüchsigkeit und Ordnung ergänzen sich in ihm zu einem lebendigen Ganzen. Gestalten im Einklang mit der Natur und nicht gegen sie - das ist eines der Grundprinzipien der Bauerngartenkultur. Wir können heute viel von ihr lernen.