Geschichte und Ursprung der Eisheiligen

Die Heiligen

Pankratius (12. Mai)

Märtyrer (geboren um 290 in Phrygien, gestorben um 304 in Rom)

Die Legende besagt, daß der verwaiste Sohn eines reichen Römers im Jahr 303 mit seinem Onkel nach Rom reiste. Mit seinem ererbten Vermögen half Pankratius dort den verfolgten und im Gefängnis sitzenden Christen. Nach dem Tod des Onkels wurde Pankratius von einem der Verfolgungsbefehle Kaiser Diokletians (284-305) erfasst und vor den Kaiser gebracht. Der Vierzehnjährige ließ sich trotz aller Verlockungen nicht vom Glauben abbringen, weshalb er öffentlich enthauptet und sein Leichnam Hunden zum Fraß vorgeworfen wurde. Eine Christin barg ihn unter Lebensgefahr und setzte ihn in den Katakomben an der Via Aurelia bei. Über seinem Grab errichtete Papst Symmachus (498-514) im Jahr 500 eine Kirche, an deren Stelle die heutige Kirche S. Pancrazio fuori le mura steht. Der römisch-deutsche Kaiser Arnulf von Kärnten (887-899) schrieb seine Eroberung von Rom am 12. Mai 896 der Fürbitte zu Pankratius zu. Daraufhin blühte die Verehrung des Heiligen in Mitteleuropa auf. Pankratius ist Patron der Erstkommunikanten und Kinder, der jungen Saat und Blüte sowie gegen Meineid, falsches Zeugnis, Krämpfe und Kopfschmerzen.

Servatius (13. Mai)

Bischof von Tongern, Märtyrer (geboren in Armenien?, gestorben 13. Mai 384? in Maastricht)

Servatius soll der Sohn jüdischer Eltern aus Armenien gewesen sein. Sicher ist, daß er um das Jahr 340 Bischof von Tongern wurde. Ein Engel hat der Legende nach Servatius von Jerusalem nach Tongern geführt, ihm Ring und Stab des verstorbenen Vorgängers auf dem Bischofsstuhl von Maastricht, die auf dem Altar bereitlagen, überreicht und ihn damit selbst zum Bischof geweiht. Zahlreiche Heilungen und Wunder werden ihm zugeschrieben. Hunnen und feindlich gesonnene Einwohner vertrieben ihn, woraufhin er in Rom um Asyl bat. Legenden zufolge soll er mit einem Holzschuh erschlagen worden sein. Andere Quellen berichten, daß Servatius seinen Tod vorausahnte und nach Maastricht ging, weil er dort begraben werden wollte. Tatsächlich ist sein Grab in Maastricht. Nach dem Vandaleneinfall im Jahr 406, den Servatius vorhergesagt haben soll, nahm sein Kult in ganz Westeuropa großen Aufschwung. Sein Grab war einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte des Mittelalters. Die Servatius-Kirche von Maastricht ist die älteste Kirche der Niederlande. Servatius ist Stadtpatron von Maastricht, Goslar, Limburg/Lahn, Quedlinburg sowie Patron der Lahmen, der Schlosser und der Tischler. Außerdem gegen Fieber, Fußleiden, Rheumatismus, Todesfurcht, Frostschäden, Mäuse- und Rattenplagen und gegen das Lahmen von Tieren.

Bonifatius von Tarsus (14. Mai)

Märtyrer (geboren in Rom?, gestorben um 306 in Tarsus)

Der junge Römer Bonifatius war zunächst kein Christ. Er wurde von einer reichen Römerin beauftragt, in Tarsus Reliquien christlicher Märtyrer zu suchen und zu ihr nach Rom zu bringen. Als Bonifatius in Tarsus die Folterungen und Tötungen in der Christenverfolgung unter Kaiser Galerius (305-311) miterlebte, ließ er sich taufen und bekannte sich zum Christentum. Daraufhin wurde er selbst mit siedendem Pech getötet. Seine Begleiter brachten seine Gebeine nach Rom, wo sie an der Via Latina beigesetzt wurden.

Sophia von Rom (15. Mai)

Märtyrerin (geboren in Rom, gestorben um 304 in Rom)

Sophia wurde während der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian (284-305) als christliche Märtyrerin getötet. Teile ihrer Reliquien befinden sich in Straßburg. Sophia ist Patronin gegen Spätfröste und für das Wachstum der Feldfrüchte.

Mamertus (11. Mai)

Bischof (geboren um 400 in Vienne, gestorben um 475 in Vienne)

Mamertus wurde 461 Bischof von Vienne. Etwa um das Jahr 464 geriet er in Streit mit Papst Hilarius (461-468) über eine im Jahr 450 erfolgte Neueinteilung der Diözesen im Süden Frankreichs. Mamertus setzte selbst einen neuen Bischof in St. Die ein und wurde dafür vom Papst scharf getadelt. Nach zahlreichen Feuern und Erdbeben und großen Zerstörungen in seiner Heimatstadt Vienne führte Mamertus 470 die "Drei Bittgänge" vor dem Fest Christi Himmelfahrt ein, welche Prozessionen zur Abwendung von Gefahren und zur Erflehung göttlicher Hilfe waren. Mamertus gilt als Patron der Ammen, der Hirten und der Feuerwehr sowie gegen Brustkrankheiten, Fieber und Dürre.