Bauernregeln, Wetterregeln, Lostage, Weisheiten, Wetter

Unser kostenloser Service
Ihre eigene Wetterstation - selbstgemacht
Zurück zur Startseite
Banner | Quiz | Links | Kontakt | Impressum | FAQ | Service | Gästebuch


Startseite

Bauernregeln
Wetterregeln
Weisheiten
Feiertage

Natur & Pflanzen
Tiere & Vieh
Essen & Trinken
Kirche & Teufel

Lostage
Jan., Feb., Mär., Apr., Mai, Jun., Jul., Aug., Sep., Okt., Nov., Dez.

Jahreszeiten
Monate
100jähr.Kalender
Eine Fuhre Mist
Bauernwitze

Eisheilige
Schafskälte
Siebenschläfer
Hundstage
Altweibersommer
Rauhnächte

Wetterkunde
Wetterprognosen
Wetterzeichen
Wolkenbilder

Bauernjahr
Bauernküche
Das Kuhkatapult

Testen Sie das verrückte Kuhspiel.

Standpunkt: Bauernregeln


Bauernregeln - eine kurze Erklärung
 Drucken

Bauernregeln nennt man die sich meist auf die Wettervorhersage beziehenden Sprüche des Volksmundes. Meist bei den Kulturnationen vorhanden, fehlen sie auch primitiven Völkern nicht ganz. Bald gereimt, bald ungereimt, sind die Bauernregeln, deren Kenntnis naturgemäß unter der Landbevölkerung am ausgedehntesten ist, teils auf lokale Witterungserscheinungen gegründet, teils als Traditionsgut aus der Antike übernommen. Soweit die Sprüche antikes Gut bergen, sind sie durch Vermittlung der Kirche in Deutschland verbreitet worden; bekanntlich gehörte es schon frühe zu der Tätigkeit der Mönche, Feld- und Gartenbaukultur zu pflegen. Von diesen meist astrologisch beeinflußten Regeln, die vielfach das Ergebnis eingehender meteorologischer Beobachtungen des Altertums enthalten, sind ganz jene andern Sprüche zu trennen, die aus ungeschulter, naiver Naturbeobachtung des deutschen Volkes hervorgegangen sind und in die sich teilweise noch Relikte der deutschen Mythologie gerettet haben. Heute sind beide Richtungen so stark aneinander angeglichen, daß es unmöglich scheint, die Verbreitungsgebiete einzelner Vorstellungen geographisch gegeneinander abzugrenzen.


Die Form dieser, Bauernregeln genannten, Sprüche ist stets ein Bedingungssatz. Nach den in dem Nebensatz dieser Perioden enthaltenen Bedingungen darf man die Bauernregeln etwa in folgende vier Gruppen gliedern:

1. Astrologische Sprüche.
2. Sprüche, in denen Aussagen für Ernte usw. gemacht werden.
3. An Windeswehen, Donner und Blitzerscheinungen angeknüpfte Regeln.
4. Weissagungen aus Erscheinungen der Tier- und Pflanzenwelt.

Die unter 1. genannten astrologischen Bauernregeln sind, wie gesagt, zum großen Teil auf antike Einflüsse zurückzuführen, die teils im Gefolge der Christianisierung der Germanen, teils auch mit dem Einzug der Astrologie im 11./12. Jh. in Deutschland Eingang gefunden haben. Besonders müssen hier Vergils Georgica von Einfluß gewesen sein. Die ältesten deutschen Sammlungen solcher Sprüche sind die Bauernpraktik von 1508 und Reynmanns Wetterbüchlein von 1510.

Die unter 2. erwähnten Ernteweissagungen aus der Witterung bestimmter Monate und Tage gehören zu den auf lokale Beobachtungen durch die Landbevölkerung zurückgehenden Regeln. Beispiele: a) Monatsregeln: „März trocken, April naß, Mai lustig von beiden was, bringt Korn in'n Sack und Wein ins Faß." „Der Mai kühl, der Brachmonat nicht naß, füllt dem Landmann Speicher, Keller, Kasten und Faß" (Pfalz). b) Wochentagsregeln: „Freitagswetter - Sonntagswetter." „Regnets Sonntags über das Meßbuch, so hat man die ganze Woch' genug" (Eifel). c) Gehören in gewissem Sinne hierher auch die an die Witterung bestimmter Tage im Jahr (Lostage oder Schwendtage) angeknüpften Regeln. Von Bedeutung sind: a) die Tage von Weihnachten bis Epiphanias, die sog. Zwölften. Der Brauch, aus der Witterung dieser Nächte die Witterung der Monate des kommenden Jahres zu erforschen, ist über ganz Europa verbreitet; in Deutschland findet er sich wohl frühestens 1468 erwähnt. Mit den Lostagen beschäftigt sich manche Bauernregeln. Ein Beispiel: „Wie sich die Witterung vom Christtag bis hl. Dreikönig verhält, so ist das ganze Jahr bestellt" (Eifel). Eine Reihe meist kirchlicher Festtage: Lichtmeß (2. 2.), Siebenschläfer (27. 6.), Maria Heimsuchung (2.7.), Elias (20.7.), Lorenz (10. 8.), Bartholomäus (24.8.), Ägidius (1. 9.), Michaelis (29.9.), Lukas (18. 10.), Allerheiligen (1. 11.), Martini (11. 11.), Weihnachten (25. 12.).

Ein Teil der zu diesen Tagen gedichteten Regeln besteht mit seinen Beobachtungen und Weissagungen der Witterung zu Recht: vor allem die an Weihnachten und den Johannistag angeknüpften Prophezeiungen, da mit der in diese Zeit fallenden Sonnenwende Witterungswechsel einzutreten pflegt. Die in diesen Versen geweissagte Länge von Regenperioden ist in ihrer Zahlangabe oft allerdings nur durch den Reim bedingt und entbehrt so jeder Beobachtungsgrundlage. Bei den hier verwendeten Zahlen spielt 40 eine große Rolle. Außerdem beachte man, daß den Bauernregeln, die an die Lostage anknüpfen, der alte Cäsarische Kalender zugrunde liegt; zu dem heutigen Datum sind also stets 12 bzw. 13 Tage hinzuzuaddieren. Diese Feststellung ist das wichtige Ergebnis der großen Sammlung und Bearbeitung landwirtschaftlicher Volksweisheit in Sprichwort und Wetterregelform. Zur Illustrierung auch hier wieder einige Beispiele: „Wenn an Lichtmeß die Sonne scheint, dauert der Winter noch lang". „Nach Pankraz und Servaz schaden die Nachtfröste den Früchten nicht mehr". „Wenn es am Tage der Siebenschläfer regnet, so hat man vier Wochen lang Regen zu erwarten". „Egide Sonnenschein, tritt schöner Herbst ein" usw.

Als 3. Gruppe nannten wir die Wind-, Blitz- und Donnersprüche. Beispiele: a) „Wie der Wind am 3., besonders aber am 4. und 5. Tage nach dem Neumond ist, so weht er den ganzen Monat hindurch." Diese auf Tage berechneten Windsprüche scheinen wieder auf antike Einflüsse zurückzugehen; auch das Altertum kennt Monats- und Jahresweissagungen aus den am Anfang des Zeitabschnittes wehenden Winden. Deutscher Beobachtung aber verdanken Regeln ihre Entstehung wie: „Wind vom Niedergang ist Regens Aufgang; Wind vom Aufgang, schönen Wetters Anfang" oder „Großer Wind ist selten ohne Regen.

„Wenn es im Westen blitzt, so blitzt es nicht um Nichts; wenn es aber im Norden blitzt, so ist es ein Zeichen von Hitz." Auch in diesen Sprüchen möchte man antike Einflüsse aus den Blitzbüchern vermuten. Antike Einflüsse sind gleichfalls wohl für die Donnerweissagungen maßgebend; wenn man Sprüche hört wie: „Wenn es donnert über dem nackten Holz, kommt der Schnee über das belaubte", oder: „Von wo im Frühjahr der erste Donner herkommt, von dort kommen im Sommer die gefährlichsten Wetter", oder: „Wenn es im Märzen donnert, wird es im Winter schneien", muß man an Verwandtes aus der antiken Literaturgattung der Donnerbücher denken.

Unter den an atmosphärische Erscheinungen angeknüpften Regeln spielt auch der Regenbogen keine unbedeutende Rolle: „Regenbogen am Morgen, macht dem Schäfer Sorgen, Regenbogen am Abend, ist dem Schäfer labend", oder: „Zeigt sich ein Regenbogen, wird für den Augenblick schönes Wetter, bald regnets aber nach Ungnaden".

Die letzte Gruppe umfaßt die Regeln, die sich auf Erscheinungen der Tier- und Pflanzenwelt beziehen. Beispiele: „ Wenn die Bäume zweimal blühen, wird sich der Winter bis Mai hinziehen." „Wenn im Hornung die Mücken schwärmen, muß man im März die Ohren wärmen." Oder man erkennt die Witterung für die folgenden Tage aus dem Tun gewisser Kleintiere. So sagt der Bauer den Regen voraus, wenn er die Frösche schreien hört, wenn die Taube badet, die Gänse auf einem Fuß stehen, Hühner die Schwänze hängen lassen, Regenwürmer aus der Erde kriechen, wenn die Bienen sich nicht weit vom Bienenstock entfernen, massenhaft leer zurückfliegen usw.

Die eigentlich astrologischen Witterungsregeln spielen heute wohl kaum mehr eine Rolle. Die Kenntnis der andern Regeln wird aber bis auf unsere Tage durch die jährlich erscheinenden Bauernkalender, ferner durch die 100jährigen Kalender wachgehalten; diese Kalender sind neben dem Kreisblatt die fast tägliche, aber auch einzige Lektüre des Landmanns.

© 2003- bauernregeln.net