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Standpunkt: Bauernjahr


Bauernarbeit während des Jahres
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Die Arbeit der Bauern hing davon ab, wie es in der Natur aussah, was auf dem Hof, in Wald und Feld zu tun war. Auch das Wetter bestimmte die Arbeit: Drohte etwa im Juni oder Juli ein Gewitter, so musste die Heuernte schnell eingefahren werden. Auf einem Bauernhof fiel während des ganzen Jahres genügend Arbeit an. Der Bauer und die Bäuerin, die Kinder, die Knechte und die Mägde hatten immer zu tun. In der dunklen Jahreszeit, wenn die Sonne früher unterging, verlagerte sich die Arbeit von Acker und Feld hinein ins Haus, Stall und Scheune. Freie Zeit, die heute genannte "Freizeit" , gab es nicht - keiner konnte die Hände in den Schoß legen.





  Januar

Im Januar war es die Aufgabe der Männer, die nicht das Vieh auf dem Hof versorgten, das Holz aus dem Hochwald herunterzuholen. Aber auch wer im Stall arbeitete, wurde noch zu anderen Pflichten herangezogen: Alles Arbeitsgerät musste wieder instand gesetzt werden. Deshalb wurde der Montag nach dem Heiligdreikönigstag auch "Pflugtag" genannt. Dieser "verlorene Montag" , wie man ihn auch bezeichnet, galt von alters her als Aufräum- und Kehrtag. Frauenarbeit war es im Januar, die Wäsche und Kleidung wieder zu reparieren: Die Bäuerin und die Mägde flickten und waren mit Ausbesserungsarbeiten beschäftigt. Flachs und Wolle musste gesponnen und dann auch verarbeitet werden.


  Februar

Im Februar wurden die Maiskolben "gerübelt" : So nannte man das Abreiben der einzelnen Körner vom Kolben. Das Holz, das man im Januar aus dem Hochwald geholt hatte, musste nun in Scheite gehackt werden. Das war reine Männerarbeit. Auch die Frauen packten hier kräftig mit an, obwohl sie außerdem viel im Haus und in der Stube zu erledigen hatten: Meistens gab es noch genug Arbeit mit dem Ausbessern der Wäsche, die im Januar nicht bewältigt werden konnte. In der Spinnstube war immer genügend Material vorhanden, damit die handwerkliche Verarbeitung nie aufhörte.


  März

Im März wurde das Holz aussortiert, das man brauchte, um die Zäune sowie Schäden an Haus, Stall und Scheune auszubessern oder Neues anzubauen. Das war Männerarbeit: Dachschindeln wurden gefertigt, Zaunholz gesägt. Gleich nach dem ersten Tauwetter, das ja oft schon im März einsetzt, begann die Arbeit auf Acker und Feld: In den Wiesen mussten die Wassergräben gereinigt werden. Die Frauen arbeiteten in diesem Monat meist noch im Haus - außer der Bauerngarten konnte bereits bestellt werden. Dann musste man die Beete vorbereiten: Die Mulchschichten entfernen, den Boden lockern und glatt rechen, das sprießende Unkraut jäten. Im Keller keimten die ersten Frühkartoffeln und das letzte Wintergemüse wurde geerntet: Feldsalat, Grünkohl und Rosenkohl.


  April

Im April waren die anfallenden Feldarbeiten zu erledigen: Wiesen und Äcker wurden gedüngt. Dann begann die Aussaat: Zuerst der Hafer, später dann die Gerste und zuletzt die Kartoffeln. An regnerischen Tagen rieb man den Dünger auf den Wiesen mit einer Egge in den Boden ein und zerkleinerte ihn dadurch. Bei trockenem Wetter wurden die Überbleibsel dann weggeräumt. Wer im Herbst noch Gründünger ausgesät hatte, pflügte diesen jetzt unter, säte neuen auf den Feldern, die in diesem Jahr brachliegen sollten oder erst für die Herbst- und Wintersaat in Frage kamen. Bei all diesen Arbeiten gingen die Frauen den Männern tüchtig zur Hand und bestellten nebenbei noch den Bauerngarten am Haus: Sommerblumen konnte man jetzt ebenso aussäen wie Gewürzkräuter und einzelne Gemüsesorten.


  Mai

Im Mai war man mit dem Kartoffelanbau fertig. Jetzt kamen die Bohnen in den Boden, Runkelrüben und Krautpflanzen wurden gesetzt. Die Frauen entfernten das Unkraut von den Äckern, ab der Mitte des Monats bevorzugt von den Kartoffelfeldern. Nach den Eisheiligen, den letzten kalten Tagen, erhöht sich auch die Arbeitszeit im Bauerngarten: Tomaten, Paprika, Gurken, Kürbis, Sellerie und Kohl mussten gepflanzt, die ersten Salate sowie Rettich, Kohlrabi und Rhabarber konnten geerntet werden. Die Männer beschäftigten sich weiterhin mit der Reparatur der Zäune und setzten die Feld- und Bergwege für die Sommermonate instand.


  Juni

Im Juni war es an der Zeit, in den Kartoffelfeldern zum zweiten Mal Unkraut zu jäten und den Boden aufzulockern. Ab Mitte Juni begann dann die Heuernte, bei der jeder Bewohner der Hofes gebraucht wurde. Im Bauerngarten wurde für die Winterernte Grün- und Blumenkohl, für die Sommerernte Salat, Spinat, Karotten, Gurken, Kürbis und Kohlrabi gesät. Das Vieh wurde ab dem Sankt-Veitstag (15. Juni) auf die Almen getrieben, wo die Tiere von einem Knecht oder einer Magd den Sommer über versorgt wurden.


  Juli

Im Juli wurde das Heu auf den höher gelegenen Wiesen des Berglandes geschnitten und eingefahren. Auch hier halfen alle Bewohner des Hofes zusammen. Der Roggen auf den Feldern wurde ab der Monatsmitte geerntet. Das galt überall auf dem Lande als Frauenarbeit. m Bauerngarten konnten schon die ersten Karotten und Rote Beete, Mangold, Erbsen und Frühkohl geerntet werden. Auch das erste Obst war reif: Kirschen, Äpfel, Pflaumen, Stachelbeeren mussten gepflückt werden. Die Männer gingen zu dieser Zeit ins "Holz" : Sie schlugen das Holz zum Bauen und zum Verarbeiten auf dem Hof. Dabei hielt man sich streng an die alten, überlieferten Regeln zum Holzschlag. Der Flachs zum Spinnen musste ebenfalls geerntet werden. Er wurde ausgezogen und für die spätere Verarbeitung getrocknet.


  August

Im August war die Erntezeit für die meisten Getreidesorten. Schon zu Monatsbeginn wurden Weizen, Gerste und Hafer geschnitten. Die Stoppelhalme mähte man und brachte sie zum Trocknen in die Scheune. Dann folgte eine Zeit der "Brache": Man ließ die Felder ruhen und säte nichts Neues an. So verdorrten Unkraut und eingefurchte Halme am schnellsten und man konnte sie später unterpflügen. Im Bauerngarten wurde das Wintergemüse ausgesät: Feld-, Kopfsalat und Wirsing. Mittelfrühe Kartoffeln, Lauch, Zwiebeln, Sommerkohl und Hülsenfrüchte konnte man bereits ernten, ebenso Birnen, Zwetschgen und weitere Apfelsorten. Ab Mitte August begann man auf dem Hof mit dem Ernten des Getreides. Seit Anfang dieses Jahrhunderts werden für diese Arbeit Maschinen eingesetzt.


  September

Im September brachte man das zweite Heu - auch Gummet genannt -in die Scheunen. Auf dem Feld wurde der Winterroggen angebaut. Der große Viehabtrieb von den Almen war ein feierliches Ereignis: Man freute sich über die gut genährten Tiere und feierte Erntedank. Der getrocknete Flachs wurde zur "Röste" auf Wiesen und Stoppelfeldern ausgebreitet. Im Bauerngarten konnten Spätkartoffeln und -möhren geerntet werden. Äpfel und Birnen waren jetzt reif, ebenso Holunderbeeren. War es ein ertragreiches Jahr, so begann jetzt für die Bauern die schönste Zeit: Alle Früchte waren geerntet, die Scheunen waren mit Futter für die Tiere, die Kisten mit Getreide, die Vorratskammern mit Obst und Gemüse gefüllt und das Vieh kam gesund zurück auf den Hof.


  Oktober

Im Oktober war das Kartoffelgraben die Hauptarbeit. Was man nicht selbst in den Vorratskammern auf dem Hof einlagerte, wurde auf den Märkten in der Stadt oder auf den Dörfern verkauft Obst ebenso wie Gemüse, das vom Feld oder aus dem Bauerngarten stammte. Den besten Absatz erzielten Kartoffeln und Mais, Äpfel, Birnen und Nüsse, Quitten und Zwetschgen sowie Gewürz- und Heilkräuter. Für die Männer wurde es jetzt Zeit, auf den Feldern den Winterweizen zu säen. Auch war nun die Zeit zum Ausarbeiten des Getreides, das in früherer Zeit durch das Dreschen, einer harten körperlichen Arbeit für Mann und Frau, erfolgte.


  November

Im November brachte man den restlichen Dünger auf die Wiesen aus und verteilte ihn dort. Als letzte Ernte galten Krautköpfe und Runkel (Futterrüben). War dann alle Feldarbeit getan, gingen die Männer wieder in den Wald: Bäume mussten gefällt werden, die Streu war zu richten, und Wurzelstöcke mussten ausgegraben werden. Im Bauerngarten gab's den ersten Winterlauch zu ernten, außerdem Herbst- und Grünkohl. Die Vorratskammer musste ständig kontrolliert werden: Obst und Gemüse sollten ja für den Verzehr im Winter halten. Für die Frauen begann zudem wieder die Arbeit in der Stube.


  Dezember

Im Dezember verbrachten die Männer viel Zeit damit, die im Wald vorbereiteten Fichten- und Tannenäste sowie die Bodenstreu auf den Hof zu bringen. Je nach Wetterlage konnte man nicht mehr mit dem Wagen fahren, sondern musste dafür den Pferdeschlitten einspannen. Die ausgegrabenen Baumstrünke wurden zur Heizung der Öfen vorbereitet: Man sprengte sie und hackte sie auf. Bei schlechtem Wetter gab es keine Ruhepausen, sondern reichlich Beschäftigung im Hause: Frauen und Männer hatten in Stube, Stall und Scheune allerlei auszubessern, zu ordnen und nachzusehen. Im Bauerngarten konnte man an frostfreien Tagen noch Meerrettich und Topinambur ernten. In der Vorratskammer wurde Angefaultes aussortiert, damit das übrige Obst und Gemüse heil über den Winter kam.



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